1974 - 1987

Dieses Provisorium «Bierkeller» entwickelte sich sehr schnell zu einem Anziehungspunkt, der weit über die Grenzen Bermaringens Jugendliche anzog. Selbst mit dem Traktor und Mofa bahnten sie sich den Weg (bei Schnee und Eisglätte) von Blaustein oder Bühlenhausen und Treffensbuch nach Bermaringen. Sogar zum Jugendhaus in Neenstetten bestanden längere Zeit enge Kontakte.

Mehrfach verändert wurde während dieser Periode auch das Innere des ehemaligen Bierkellers. Die Wände und der Boden wurden wiederholt gestrichen, ein Podest für den Disc Jockey erstellt sowie eine größere Theke installiert. Die Leitern eines ausgedienten Leiterwagens fanden als Treppengeländer neue Verwendung.

Von 1973 an war Gerhard Baiker aus Hohenstein Vorsitzender des Club 70. In dieser Zeit wurden montags häufig Veranstaltungen verschiedener Art durchgeführt, z. B. Filmvorführungen, Diskussions- und Informationsabende. So waren unter anderem auch Greenpeace und Amnesty International dazu eingeladen worden. Am Freitag stand Clubturnen in der Turnhalle auf dem Terminplan.

Als 1975 Gerhard Baiker seinen Vorsitz aus terminlichen Gründen abgab, übernahm Winfried Scheiffele diese Aufgabe. Sein Nachfolger wurde 1977 Georg Hermann, der an Ostern 1978 zum ersten Mal eine Skifreizeit in Faschina im Großen Walsertal organisierte. Diese Einrichtung wurde seither ohne Unterbrechung beibehalten.

Seit Ende '86 wird der Club von einem fünfköpfigen Gremium geleitet.

Im Jahr 1976 kam es zur Trennung der Jugendbewegung in Bermaringen. Der Motorrad Club Bermaringen wurde ins Leben gerufen. Hier trafen sich die Jugendlichen, die ein Moped besaßen, zu gemeinsamen Ausfahrten und andere Unternehmungen.

Der MCB bestand bis zum 01. 10. 1990 und war über die Jahre hinweg, in denen der Club 70 keine feste Bleibe hatte, Treffpunkt für die Jugend des Dorfes.

Mit dem Bau des neuen Jugendhauses, an dem Leute vom MCB und Club 70 gemeinsam gearbeitet haben, ist der Zusammenschluss fundamentiert worden. Gemeinsamkeiten gab es zwischen Club 70 und MCB schon seit dem Jahre 1981, als das erste Clubfeschd veranstaltet wurde. Dieses fand in Hohenstein im Schuppen der Familie Mayer statt. Die Gruppe Calvados heizte kräftig ein und alle sprachen von einem gelungenen 1. Clubfeschd.

In den folgenden Jahren wurde das Clubfeschd zu einer festen Aktivität des Club 70:

1982: Tanzveranstaltung mit der Gruppe »Lane« unter freiem Himmel im Schulhof.

1983: Tanzveranstaltung mit der Gruppe »burning flare« im Schulhof, allerdings mit einer eigens konstruierten Überdachung.

1984: wie 1983

1985: Open-Air Festival mit den Gruppen »Ivanhoe, Winston und Messina« im Schulhof und einer Dia-Show als Pausenfüller.

1986: Zweitägige Tanzveranstaltung mit den Gruppen »d'Laudls« und »burning flare« im Schulhof, aber dieses Mal in einem Zelt.

1987: Zweitägiges Festival mit den Gruppen »d'Laudls« und »mainline florida, catcall sowie funk unlimited« auf dem Gelände vor dem TSV Sportheim, wiederrum in einem Zelt.

1988: Zweitägiges Rockfestival mit den Gruppen »gwen stacey, belly-buttons & the knockwells, kiwisex« und »tempus fugit, albrecht sporer, starpeople sowie als Stargast kevin coyne«, ebenfalls auf dem Gelände vor dem TSV Sportheim in einem Zelt

Die Einnahmen aus diesen Veranstaltungen wurden in den Unterhalt des Bierkellers gesteckt, vor allem für den Kauf von Musikboxen, Plattenspieler usw. Auch die Anschaffung einer Filmleinwand verschlang eine Menge Geld.

Zu Anfang erhielt der Club 70 von der Kirchengemeinde einen jährlichen Zuschuss von 200,— DM. Die offizielle Bezeichnung des Club 70 zu dieser Zeit lautete evangelisches Jugendhaus, was an den kirchlichen Wurzeln des Club 70 lag. Anfang der 80er Jahre übernahm die Gemeinde die Deckung der Stromkosten. So fuhren wir 5 Jahre lang zweigleisig, d.h. von der Gemeinde wurden wir bezuschusst, und über das Evangelisches Jugendwerk waren wir haftpflichtversichert. In jener Zeit wurde uns nahegelegt, uns für einen offiziellen Träger zu entscheiden. Aus diesem Grund kam es 1985 im gegenseitigen Einvernehmen zur endgültigen Loslösung von der Kirche. Fortan war man eine Einrichtung der bürgerlichen Gemeinde. Der Grundstein für eine offene Jugendarbeit war somit gesetzt, was unter anderem auch durch den Beitritt im Jahre 1985 in den JAD (Verein Jugendhäuser Alb-Donau e.V.) deutlich wurde.

Über all die Jahre hinweg flammte immer wieder die Diskussion über die Unterbringung des Club 70 auf, da die bisherige Lösung nur als Provisorium gedacht war und es immer wieder zu Reibereien zwischen dem Pächter des »Grünen Baum« und dem Club 70 kam. In erster Linie waren dies Parkplatzprobleme und die Mitbenutzung der sanitären Einrichtungen.

In mehreren Ortschaftsratssitzungen wurde nach einer Unterbringung des Club 70 gesucht. So sprach sich der OR beispielsweise 1982 für den Umbau der Pfarrscheuer aus; 1986 standen der Zehntstadel und erneut der Umbau des Wasserreservoirs zur Debatte oder als erneutes Provisorium eine Containerlösung.

Die Lage spitzte sich zu, als der »Grüne Baum« nicht mehr verpachtet wurde und somit keine sanitären Einrichtungen mehr zur Verfügung standen. Im Ortschaftsrat kristallisierte sich die Idee heraus, den Club 70 in einem Gemeinschaftshaus unterzubringen, doch angesichts der Tatsache, dass der Club 70 mit dem Bierkeller eine Bleibe hatte, wurden diese Vorschläge nicht energisch genug vorangetrieben.

Im August 1986 flatterte uns die Kündigung des Kellers durch Eigentümer Erich Straub ins Haus, worüber am 11.11.1986 auch im Ortschaftsrat diskutiert wurde. Als Ergebnis der Sitzung stand fest, dass Herr Straub ein Zeichen setzen wollte, um verstärkte Bemühungen in dieser Frage zu erreichen. Er war dazu berreit, seinen Keller für ein weiters Jahr zur Verfügung zu stellen, aber dann sei seine Geduld zu Ende.

 

Ohne nennenswerte Bewegung in der Sache verstrich ein Jahr, und Mitte 1987 stand der Club 70 ohne geeignete Räumlichkeit da.